"Und der Herr spricht..."  Prophetischer Sermon

Donald Trump über sich selbst als möglicher Präsident:
"Der beste Präsident, den Gott je erschaffen hat."

Was mir immer noch sehr gut in Erinnerung ist: die Amtseinsetzung von US-Präsident Trump am 20.01.2017, die ich im TV mitverfolgte.


Hinlänglich bekannt ist das Geflecht zwischen amerikanischer Politik und großen religiösen Gruppen, vor allem jüdischen Gemeinden und fundamentalen christlichen Kirchen.
So waren bei der Einsetzung mehrere geistliche Würdenträger zugegen. Einige durften ein Gebet sprechen. Ein Teilnehmer legte Trump die Hände auf die Schultern, betete für ihn und gab bei leichtem Regen seine prophetische Schau bekannt. Er hob dabei auf das Wetter ab und sagte sinngemäß, dass der sanft fallende Regen ein gutes Zeichen für das Wirken des angehenden US-Präsidenten sei. Dieser verheiße Wachstum, gute Früchte und reichen Segen für die Menschen in Amerika und letztlich der ganzen Welt.


Als ich vor dem Fernseher stand und diese Worte vernahm, wusste ich nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Ich konnte mich nicht entscheiden und presste nur ein leicht verkrampftes „nein“ heraus.  Was ist von dieser prophetischen Verheißung zu halten? Auf den Punkt gebracht ist diese Prophetie ein offenbarter Witz. Ein Slapstick oder Nonsens der auf tausendfache Weise durch die Medien der christlich-charismatischen Szene geistert. Trump hat schon oft in seiner Amtsführung gezeigt, dass er nicht als Friedens-und Segensbringer agiert. Er ist vielmehr ein Schwarz-Weiß-Maler, ein Spalter, ein Mann voller Eitelkeiten, der seine einfach strukturierten Prägungen Tag für Tag über Twitter verkündet.  Seine von Kindesbeinen an erlernte Weltsicht mit biblischem Background wird immer wieder auf’s Neue offenbar. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er mit seinem Ausspruch im August 2019, "er sei eben der Auserwählte“, bei vielen seiner amerikanischen Anhänger ein zustimmendes Kopfnicken geerntet hat. Tja, er ist halt doch „Der beste Präsident, den Gott je erschaffen hat.“ Zitat Donald Trump über sich selbst.


Weitere Infos:  
https://hpd.de/artikel/donald-trump-verwandelt-weisse-haus-religioeses-tollhaus-17396


Bekehrungs-Schwemme, Arbeitslose Ärzte - Leere Krankenhäuser

Nach einer Veröffentlichung auf der Internet-Seite des charismatisch-kritischen, christlichen Bibelbundes, soll der am 07. Dezembar 2019 verstorbene Superevangelist, Reinhard Bonnke, beim Beginn der Feuer-Konferenz 1987 folgendes geweissagt (prophezeit) haben:


„Die Erweckung, die Europa erreicht, wird eine Erweckung mit Zeichen und Wundern sein. Wir werden kilometerlange Schlangen von Krankenwagen haben, die die hoffnungslos Kranken hierherbringen, und sie werden leer zurückfahren. In Jesu Namen! Halleluja! … Wunder und Zeichen am laufenden Meter.“


Nun denn, der zeitnahen Einforderung der prophetischen Worte könnten charismatisch gesinnte Christen entgegenhalten, dass Bonnke nicht genau sagte, wann die Erweckung stattfinden würde. Ich sage: es ist schon ganz gehörig Zeit verstrichen! Über drei Jahrzente sind ins Land gezogen - und nichts ist passiert! Weder die vorausgesagte Erweckung in Europa traf ein, noch die durch Krankenwagen verursachten Staus haben unsere Straßen verstopft. Oder habe ich da etwas verpasst? Nööö, kann ich mir nicht vorstellen! Bei so einem Hype hätten die Medien sicherlich ausführlich in Bild und Ton berichtet :-).  Was mir zu denken gibt: Laut Altem Testament stand auf falsche Prophetien die Todesstrafe...

 

Christen könnten entgegenhalten, frei nach der Lebensweisheit: "Schuster bleib bei deinen Leisten!" - der Mann habe im Überschwang die Einteilung des fünffältigen Dienstes nicht beachtet und in seinem Enthusiasmus halt ein paar Worte zu viel gemacht... Womöglich hat sich wohl niemand seines CfaN-Stabes getraut, ihn entsprechend zu korrigieren. Lieber ein Stück Sermon zuviel, als auf seine aufrüttelnde Reibeisen-Seelenfänger-Stimme zu verzichten, die es immer wieder schaffte den Zuhörern ein schlechtes Gewissen einzureden und als Lösung das Evangelium zu servieren.