Sexualität & Geschlechterrollen in der Bibel

War Jesus ein ganzer Mann?

Sie werden vielleicht denken: was für eine komische Frage! Das Neue Testament stellt ihn doch als wahren Menschen und wahren Gott dar! Dann gibt es nur eine Antwort: ja!
Und in der Tat, Jesus wurde von seinen Eltern, Maria und Joseph als männliches Wesen identifiziert. Ihre Augen betrachteten ihn mit Freude und stellten fest, dass es ein Junge war. Und so bekam er einen männlichen Namen.

Jesus hat sich was die männlichen Attribute angeht, körperlich nicht von seinen männlichen Kameraden in der Symagoge unterschieden. An ihm war alles dran! Ganz sicher! Ich denke Jesus war sogar ein kräftiger,  durchtrainierter und zäher Typ. Er kannte harte Arbeit und war lange Zeit als ältester Sohn der Ernährer der Familie. Sein Vater Joseph ist vermutlich früh verstorben. 

Ich möchte meine Frage etwas weiter fassen. Wie stand es um seine Sexualität? Hatte er den üblichen Hormonhaushalt wie ihn Männer eben haben? Östrogene und vor allem Testosteron? Bildeten seine Hoden Samenzellen, die gegebenenfalls eine Eizelle einer Frau hätten befruchten können?  Das sind heiße Fragen. Ich weiß! Ich war ja auch Christ. Machte jemand diesbezüglich einen Witz oder eine spitze Anmerkung,  war das für mich immer anstößig. Zu schambehaftet war das Thema. Denn der Herr hatte göttliche und deshalb heilige Eigenschaften. In der Bibel wird nichts von Jesu Sexualität berichtet,  also war es unwichtig und für den Glauben unrelevant. Diese Frage war allenfalls eine Randerscheinung. Ich finde es jedoch wichtig und opportun diesem Rätsel nachzugehen. Folgende Punkte erhellen die Thematik. ....
  1. Der einzige Kindheitsbericht in der Bibel über Jesus erzählt von einer Begebenheit, als er ungefähr 12 Jahre alt war. In dieser Zeit, kurz vor der Pubertät, kam es zu einem denkwürdigen Ereignis. Der angehende Teenager, ältester Sohn einer jüdischen Familie, entwickelte eine spezielle Begeisterung für seinen Gott. Elohim und Adonai und sämtliche Geschichten des Alten Testaments waren ihm von Kindesbeinen wohl bekannt. Jedoch war dieser Gott für Jesus nicht nur Jahwe, der "Ich bin", nein er entwickelte sich für ihn zu einer Vaterfigur. Jesus stellte in seiner späteren Predigttätigkeit, den in den Schriften oft unnahbar wirkenden Gott, als liebevollen Vater dar. Schon zu dieser frühen Zeit war Jesus wohl von mancher Erneuerungspredigt charismatischer Männer in seiner heimischen Synagoge begeistert und beeinflusst. So kam es, dass sich Jesus nach Beendigung einer Pilgerreise, nicht dem Heimkehr-Tross anschloss. Stattdessen verweilte er im Jerusalemer Tempel, dem Zentrum jüdischer Religion. Ohne seinen Eltern Bescheid zu sagen,  blieb er bei den Priestern im Tempel zurück. Die Verwandten meinten, er sei wohl irgendwo in einem der vielen Wagen untergekommen, aber das stellte sich im Laufe der Rückreise als falsch heraus. Jesus war unauffindbar. Seine Mutter Maria kam vor Sorge beinahe um. Intensiv wurde nach ihm gefahndet. Nachdem die Eltern zurück gefahren und ihn gefunden hatten, machte Mutter ihm verständlicherweise Vorwürfe. Jesus rechtfertigte sich und sagte, dass sein eigentlicher Platz im Hause Gottes, seines Vaters sei. Das Ereignis, sollte es tatsächlich stattgefunden haben, war der christlichen Gemeinde später höchst willkommen und wurde entsprechend ausgeschmückt. Die Implikation gab vor,  dass Jesus im Tempel die Nähe seines eigentlichen Vaters gesucht habe. Deshalb wäre die Sorge seiner irdischen Eltern um ihn wohl eher als unbedeutend anzusehen; man müsse schließlich Gott mehr gehorchen als den Menschen. Ansonsten hätte der vollkommene Gottessohn eine Sünde begangen, da er sich gegen den Willen seiner Eltern stellte. So wurde das Ereignis zu einer göttlichen Bürde stilisiert. Ergo: Eltern schocken und Sorge bereiten ist keine Sünde, kluge Ausreden sind erlaubt, aber nur wenn sie religiös entschuldbar sind...
  2. Die Bibel blendet Jesu Jugendzeit und seine Jungmänner-Jahre komplett aus....Verdächtig! Verdächtig!  Ergo: über etwas nicht zu berichten kann zwar Manches verbergen oder versucht es zumindest. Doch, was nicht in der Bibel steht, gehört doch auch zur Wahrheit!
  3. Jesus war laut Bibel ein Mann und deshalb ein ganzer Kerl. Das heißt, er war ein menschliches Wesen mit allen männlichen Bauteilen. Ergo: die Anlagen als Mann waren funktionsfähig und zwar in jeglicher Hinsicht! 
  4. Aufgrund dieser Tatsachen können wir logischerweise mit Sicherheit darauf schließen, dass Jesus im Besitz von entsprechenden Hormonen war,  unter anderem von Testosteron. Es darf deshalb auch angenommen werden,  dass er die "anmutigen Blumen des Orients" mit männlichen Augen, interessiert betrachtet hat. Im NT wird berichtet, dass Jesus sogar gegenüber Frauen sehr viel offener und gesprächsbereiter war, als viele andere religiöse Prediger in jener Zeit. Jesus duldete es sogar,  dass Frauen ihm nachfolgen durften. Er hatte sogar Kontakt zu Prostituierten, was ihm erhebliche Kritik der Pharisäer einbrachte. Ich glaube,  dass die Nähe zu den Frauen nicht ohne eine "Regung" bei ihm vonstatten ging... wenn ich das mal so ausdrücken darf! Deshalb: eine Latte zu bekommen ist völlig normal!!
  5. Ob Sie es glauben oder nicht: Jesus musste neben seinen vielfältigen Tätigkeiten,  u.a. predigen, Kranke heilen, Wunder tun, auch auf's Klo. Kleine und große Geschäfte waren an der Tagesordnung. Dabei hat er mit Sicherheit so manches Kunstwerk in den Wüstensand gezaubert. Ergo: Wenn Gott auf's Klo muss, dürfen wir das auch! 00 - Sitzungen sind keine Sünde. Lassen Sie sich ruhig Zeit beim Geschäft. Wenn sich etwas löst, tut es ungemein gut...
  6. Und das WC ist jetzt der perfekte Übergang.... Ich denke dass Jesus nicht nur auf dem stillen Örtchen seinen Penis angefasst hat, sondern auch unter seiner Bettdecke. Jeder echte Mann berührt sich, erforscht seine "Bauteile" und testet sie aus. Und Frauen entdecken sich ebenso. Das wurde, wenn man vom Schöpfungsbericht ausgeht, ganz natürlich in die Wiege des Menschen gelegt. Als junger Christ habe ich mich einmal getraut zu fragen,  ob Selbstbefriedigung eine Sünde sei. Vom Bibellehrer wurde zur Antwort gegeben: "ähh ja... doch"... sofort kam aber hinterher eine Beschwichtigung...."aber es gibt weit aus größere Verfehlungen!" Auf meine nähere Nachfrage "warum ist das eine Sünde?" antwortete er uns "stell dir vor Jesus hätte mastubiert, kannst du dir das vorstellen?" Alle Zuhörer,  einschließlich meiner Wenigkeit, waren peinlich berührt. ... Nein, einen mastubierenden Gott wollte sich niemand vorstellen... Zügig wurde das Thema gewechselt. 
  7. Ergo: jetzt sind Sie gefragt! 

 

Heute in aller Öffentlichkeit...

... bei uns im Pavillon entdeckt: sich paarende Weinbergschnecken. Die Tiere sind Zwitter, das bedeutet, jedes Tier produziert männliche und weibliche Keimzellen. Die Schnecken können sich jedoch nicht selbst befruchten. Es kommt vielmehr zu einem Liebesspiel, bei dem sich beide Schnecken gemeinsam aufrichten und sich gegenseitig ca. 11 Millimeter lange Liebespfeile in ihre Körper treiben...

Nun, was hat das mit der Bibel zu tun? Klar ist, dass die Schnecke als Tier zur Schöpfung gehört. Aber sowas? Zwitter, die sich paaren? War das im Schöpfungsplan Gottes so vorgesehen oder ist dem Kreator da etwas aus dem Ruder gelaufen? Die Bibel kennt als dualistisches Werk nur Schwarz oder Weiß, nur heiß oder kalt, nur Mann oder Frau. Lebewesen mit beiderlei Geschlechtern in einem Körper vereinigt, wäre den männlichen Juden höchst suspekt vorgekommen. Zwittertum wäre sehr wahrscheinlich als Sünde oder als eine Auswirkung des Sündenfalls verurteilt worden. So wurde auch Homosexualität in der Bibel gebrandmarkt. Paulus schreibt im Römerbrief:  "Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit... Deswegen hat Gott sie dahin gegeben in schändliche Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt, und ebenso haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen, sind in ihrer Wollust zueinander entbrannt, indem Männer mit Männern Schande trieben und empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst... "  Noch deutlicher ist das Alte Testament in 3. Mose 20, 13 "Und wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie man bei einer Frau liegt, dann haben beide einen Greuel verübt. Sie müssen getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen."

 

Deutlicher geht es nicht. Inhuman, völlig unzeitgemäß und mit dem Auftrag zum Mord, urteilt hier das angeblich von Gott inspirierte, für Fundamentale vollkommene und noch heute für Gläubige gültige Wort. Es ist gut nicht nur die schönen Passagen aus der Bibel zu kennen, sondern auch ihre Abgründe.