Überdruck in der Glaubensblase - Mein Ausstieg aus dem Christentum

 

Mein biografisches Sachbuch erzählt von meiner Glaubens- und Lebensreise als evangelikaler Christ. Ich war ordinierter Pastor einer freikirchlichen Pfingstgemeinde und lebte 6 Jahre lang als Leiter in einer karitativen Wohngemeinschaft. Über 25 Jahre bezeichnete ich mich als "bibeltreuen Christen" - bis im Februar 2015 meine Glaubensblase platzte! Das war kein traumatisches Ereignis mit negativen Nebenwirkungen, sondern eine längst fällige, anhaltend-frische Befreiung aus einem aufgeblasenen Religionskonstrukt. Ich erzähle von meiner kindlichen Suche nach Gott, über die Wirren und Anfänge als "Wiedergeborener Christ", sowie über meine Erfahrungen in der evangelikal-charismatischen Szene. Detailliert berichte ich von den Gründen, die mich zum Abschied bewegten.

 

Ich verstehe "Überdruck in der Glaubensblase" als aufklärendes, aufrüttelndes, aber auch humorvolles Buch. Es soll Nichtchristen, Zweifler und Gläubige gleichermaßen zum Nachdenken anregen.  

Über mich



Mein Alter:                       jung geblieben !

Beruf:                               Polizeibeamter, Pastor a.D.

Weltbild:                           humanistisch-naturalistisch

Mitglied:                           in der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs)

Ich schätze:                     gutes Essen und Trinken, frische Luft, arbeiten im                                                           Garten, eine harmonische Familienatmosphäre, lange                                                 Spaziergänge, verzerrte E-Gitarren und kritisches                                                         Denken 

 

 


Blick ins Buch


Seiten 52/53 Die dunkle Seite der Frohbotschaft:

 

... Die Abende mit Olli waren der Startschuss unseres Gemeindelebens. Wir gingen nicht nur am Wochenende in den Sonntagsgottesdienst, sondern auch zu anderen Veranstaltungen während der Woche: zu Bibelabenden, Gebetsabenden, Glaubengrundkursen und Gemeinschaftsabenden. Auf unser Auto klebten wir einen großen Fisch, das Kennzeichen „Ichtys“ der ersten Christen. Die Eltern von Andrea und auch meine Eltern waren etwas verwirrt darüber, dass wir plötzlich dem gleichen Virus verfallen waren, wie die Ines. Sie betrachteten das Ganze mit besorgter Miene. Da das Thema Religion jedoch tabubehaftet war, hüteten sie sich davor, uns darauf anzusprechen. Sehr schnell lernten wir die Leute in der Gemeinde und auch Pastor Robert kennen. Er sagte uns, dass es für Neubekehrte sehr wichtig sei, die Bibel besser kennen zu lernen. Robert legte uns den „Glaubensgrundkurs“ an’s Herz. Der würde demnächst neu in der Gemeinde starten. Es wäre ein Kurs, bei dem verschiedene Themen der Bibel behandelt und erklärt würden. Das Seminar fände einmal in der Woche statt und würde an 10 Abenden durchgeführt. Das kostenlose Angebot nahmen wir gerne an. Die Gruppe war mit 6 – 8 Leuten recht übersichtlich. Mit uns studierte ein junges Ehepaar, das wie wir, erst vor kurzem zum Glauben gekommen war. Wir freuten uns auf den Kurs und waren voller Erwartung, welche schönen Geheimnisse uns das Wort Gottes offenbaren werde. Fasziniert waren wir von der scheinbar bedingungslosen Liebe Gottes, die aus jedem menschlich-verkorksten Leben einen Edelstein machen könne. Eines der ersten Themen war “Die neue Geburt”. Pastor Robert erklärte uns, dass zur Erlangung des Ewigen Heils eine „neue Geburt“ oder eine „Wiedergeburt“ notwendig sei. Es wäre ganz einfach wiedergeboren zu werden: man müsse die eigene Sündenlast zu Jesus bringen (Buße tun) und ihn in sein Leben aufnehmen. Im 3. Kapitel des Johannesevangeliums, Vers 16, stehe, dass Gottes Liebe so groß sei, dass er seinen Sohn Jesus auf die Erde sandte. Jeder der an ihn glaube und ihn in sein Leben aufnehme, habe das Versprechen Gottes auf seiner Seite: das Ewige Leben. Ein zweites Mal fiel sie mir auf: die „unanfechtbare Sicherheit“ oder „Heilsgewissheit“ für jeden gläubigen Christen. Robert erklärte, dass Jesus die Schuld der Menschheit auf sich genommen habe. Am Kreuz wäre er für diese Sünden gestorben. Eigentlich hätte jeder Mensch Strafe dafür verdient. Doch Jesus habe das für uns (die Gläubigen) übernommen. Andrea und ich waren total beeindruckt. So einen großzügigen Gott hatten wir nicht erwartet!

 

 

Allerdings führte uns Pastor Robert auch zu den weiterführenden Versen. Er offenbarte uns, dass die Nichtannahme, sprich die Ablehnung dieses Geschenkes, weitreichende Konsequenzen zur Folge haben könne: die Ungläubigen wären nach ihrem Tod auf Ewigkeit verloren. Der Ort ihrer Qual wäre äußerst unangenehm. Ein Ort der Verdammnis, eine Wohnung zusammen mit dem Teufel, wo laut Bibel „Zähneknirschen“ und ewiges Feuer lodere. Das Gleiche gelte für die meisten Menschen, die ohne Glauben an Jesus stürben. Deshalb wäre Evangelisation, Mission und Gebet für die Verlorenen so wichtig. Ich weiß es noch wie heute: für mich stürzte für einen Moment eine Welt zusammen.  Ich fühlte für einen Moment so etwas wie Unfassbarkeit in mir. Ich glaube es war eine Kombination von verschiedenen Gedanken, die ich an diesem Abend gar nicht sortieren konnte. Es war ein Anflug von Enttäuschung über den neu kennengelernten, scheinbar großzügigen, bedingungslos liebenden Vater-Gott. Wie kann ein liebender Gott eine solch harte, endgültige Konsequenz verordnen?
Mir war sofort bewusst, dass der überwiegende Teil meiner Verwandten, Bekannten und Freunde in der Hölle landen würde. Denn sie waren nicht wiedergeboren und deshalb nicht errettet. Die Ernsthaftigkeit dieses Wortes Jesu schockierte mich. Ich war jedoch aufgrund der angeblichen Wahrheit des biblischen Wortes nicht in der Lage zu widersprechen: Es stand da ja, schwarz auf weiß! Ich dachte mir noch: „ob es vielleicht Schlupflöcher oder Ausnahmen gibt? Irgendeine andere Möglichkeit um einen Weg in den Himmel zu finden?“ Doch diesen Gedanken machte Pastor Robert gleich platt. Er sagte, dass es nur einen einzigen Weg gäbe. Errettung wäre nur über Jesus Christus möglich, nicht über andere Religionen, auch nicht durch gute Werke.

Dieser erste, ernste Eindruck damals hat mich nicht getäuscht. Das Evangelium, die von den Kirchen postulierte, angeblich froh machende Botschaft, weist eine überaus dunkle Kehrseite auf! Deshalb wird die Androhung ewiger Höllenqualen in den Gottesdiensten christlicher Kirchen gar nicht oder nur sehr selten verkündet. Wer den angeblich liebenden Gott nicht liebt, wer sich ihm nicht unterwirft, wer sein angebliches Geschenk nicht annimmt oder auch wer noch nie davon gehört hat, gelangt laut biblischem Befund, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit an einen Ort des Horrors. Und das nicht nur zur Läuterung für ein paar Tage. Nein, sondern es wird eine Reise in die Ewigkeit; ohne die Möglichkeit einer Umkehr. Manche meinen entschuldigend, dies sei wohl eine Botschaft des Alten Testaments. Nein, es ist die knallharte Botschaft des Neuen Testamentes. Kurz nach meinem Ausstieg vom Glauben diskutierten Ines und ich über dieses Thema. Dabei sagte ich ihr mit einem Augenzwinkern, dass ich, falls ich je wieder zum Glauben kommen - katholisch werden würde. Zweifelnd schaute sie mich an. Ich erklärte ihr verschmitzt, dass es dort wenigstens das Fegefeuer gäbe, aus dem ich herausgebetet werden könne. Es wäre dort zwar ein paar tausend Jahre recht heiß und unangenehm, aber die Aussicht auf Befreiung wäre dennoch vorhanden...

Wertvolle Links

 

  • www.nibe-verlag.de                                                                                                                                  Der NIBE-Verlag wurde 2016 gegründet und hat sich ungewöhnlichen Büchern verschrieben. Leser werden angeregt eigenständig zu denken, kritisch zu hinterfragen und über den gewohnten Tellerrand hinauszuschauen. Von jedem verkauften Artikel gehen 25 Cent an die Aktion "Kindern eine Chance", siehe nachfolgender Link...                                  
  • www.kinderneinechance.at/de       
  • www.giordano-bruno-stiftung.de                                                                                                           Die Giordano-Bruno-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts, die sich die Förderung des evolutionären Humanismus zum Ziel gesetzt hat. Sie wurde 2004 vom Unternehmer Herbert Steffen gegründet.
  • www.differtones.de                                                                                                                     Rockender Blues ohne Verfallsdatum
  • www.irrfahrer.de                                                                                                                           Eine tolle Website, die Licht ins Dunkel bringt!

  

Email: glaubensblase@web.de

  • Sehr gerne beantworte ich Ihre Emails und Briefe. Allerdings bitte ich um Geduld! Es häuft sich einiges an Anmerkungen, Fragen, Lob und Kritik. Vielen Dank vorab für Ihr Verständnis!