Überdruck in der Glaubensblase - Mein Ausstieg aus dem Christentum

 

Mein biografisches Sachbuch erzählt von meiner Glaubens- und Lebensreise als evangelikaler Christ. Ich war ordinierter Pastor einer freikirchlichen Pfingstgemeinde und lebte 6 Jahre lang als Leiter in einer karitativen Wohngemeinschaft. Über 25 Jahre bezeichnete ich mich als "bibeltreuen Christen" - bis im Februar 2015 meine Glaubensblase platzte! Das war kein traumatisches Ereignis mit negativen Nebenwirkungen, sondern eine längst fällige, anhaltend-frische Befreiung aus einem aufgeblasenen Religionskonstrukt. Ich erzähle von meiner kindlichen Suche nach Gott, über die Wirren und Anfänge als "Wiedergeborener Christ", sowie über meine Erfahrungen in der evangelikal-charismatischen Szene. Detailliert berichte ich von den Gründen, die mich zum Abschied bewegten.

 

Ich verstehe "Überdruck in der Glaubensblase" als aufklärendes, aufrüttelndes, aber auch humorvolles Buch. Es soll Nichtchristen, Zweifler und Gläubige gleichermaßen zum Nachdenken anregen.  

Über mich



Mein Alter:                       jung geblieben !

Beruf:                               Polizeibeamter, Pastor a.D.

Weltbild:                           humanistisch-naturalistisch

Mitglied:                           in der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs)

Ich schätze:                     gutes Essen und Trinken, frische Luft, arbeiten im                                                           Garten, eine harmonische Familienatmosphäre, lange                                                 Spaziergänge, verzerrte E-Gitarren und kritisches                                                         Denken 

 

 


Blick ins Buch


Seiten 36 - 38

 

... Die Zeichen-Bestätigungen bei Großevangelisationen, mit tausenden von Zuhörern, werden von den Veranstaltern medienwirksam aufbereitet. Durch Infobriefe und Infomails und tollen Berichten auf den Internetseiten, sollen die Unterstützer zu weiteren Geldspenden und zur Gebetsunterstützung animiert werden. Gerne werden die spontan Geheilten, einfachen Einheimischen, von den mit Sakko, Hemd und Krawatte bekleideten Evangelisten auf die große Bühne geholt. Ein Mikrofon wird ihnen vor das Gesicht gehalten und sie sollen erzählen. Der Dolmetscher steht bereit, um das Gesagte gegebenenfalls in andere Stammesdialekte und ins Englische zu übersetzen. Wunderbare Zeugnisse hört man dort: jemand sei von Asthma geheilt, ein Kind von einem Dämon befreit worden, bei einer Frau sei soeben ein Krebstumor abgefallen und eine alte Frau könne plötzlich wieder hören. Man fühlt sich in biblische Zeiten versetzt. Heilungen und Wunder am Fließband. Nach jedem Heilungs-Zeugnis folgen mehrere laute „Hallelujas“ des Gastredners. Gefolgt mit lauten Proklamationen: „Great ist the Lord!“ „Give him Worship and Praise!“ Die Menge wird ermutigt mit Halleluja-Rufen und lautem Klatschen den voraus gesagten Worten zuzustimmen. Die Menge tobt, gute Stimmung ist angesagt und die Lobpreisband spielt mehrere Tusche. Viele Menschen heben die Hände oder fallen zu Boden. Die Atmosphäre wirkt enthusiastisch, es riecht nach Massensuggestion.

Was an den Zeugnissen dran ist, kann niemand überprüfen. Man ist auf die Informationen der Veranstalter angewiesen. Unabhängige Ärzte kommen selten zu Wort.

Ich kann mich noch gut an eine Veranstaltung mit Reinhard Bonnke erinnern. In den Jahren 1995/96 reiste er durch alle Städte Deutschlands und machte Werbung für sein Büchlein „Vom Minus zum Plus“. Er war zu Gast in der Stadthalle von Nöglingen. Ich war gespannt, wie der Afrika-Missionar sich in heimatlichen Gefilden verhalten würde. Und vor allem: was der Heilige Geist an diesem Abend „drauf hatte“. Ich war ganz schön enttäuscht: was Bonnke von sich gab war nicht neu oder intellektuell herausfordernd. Die Kraft Gottes erschien trotz seiner Proklamationen nicht. Dabei erwartete ich, wie viele andere Zuhörer auch, ein mächtiges Wirken Gottes an diesem Abend. „Bei diesem vollmächtigen Prediger muss doch etwas abgehen“ – dachten sich viele – und hatten wie ich die Bilder seiner Werbeblätter im Kopf. Mehrere Rollstuhlfahrer standen in der vordersten Reihe. Ich war gespannt, ob wenigstens einer geheilt aus seinem rollenden Gefährt aufstehen würde. Angeblich wäre das in Afrika schon geschehen, so die Zeugnisberichte seiner Missionsgesellschaft. Doch nichts passierte. Die „Rollis“ fuhren wie sie gekommen waren, wieder aus dem Saal hinaus. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Spannung im Saal mehr und mehr verpuffte -  je länger er redete und je später es wurde. Mit seiner rauen Stimme drosch er seine einfachen Evangeliums-Sprüche, seinen Körper rührig wie ein Schwerarbeiter über die Bühne bewegend. Ich hörte von ihm dieselben Sprüche, die ich schon jahrelang von Tonbandaufnahmen kannte: z.B. „Das Blut Christi tilgt alle Schuld! – Halleluja!“ „Er wäscht uns weißer wie Schnee! Halleluja!“ „Ich sehe das Feuer fallen!“ „Jesus heilt!“ „Halleluja!“ Dabei erzählte er begeistert, was der Herr an Wundern in Afrika bewirke. Solche Dinge seien auch in Deutschland möglich. Sie würden mit Sicherheit vermehrt auftreten, wenn Deutschland das Evangelium neu hören und annehmen würde. Dazu wäre es jedoch unabdingbar „wie ein Mann“ aufzutreten. Bonnke meinte damit die Einheit christlicher Gemeinden und Werke. Für ihn brauten viele Christen ihr eigenes Süppchen. Manche Gemeinden waren sogar miteinander zerstritten.

Nötig sei mehr Gebet und auf jeden Fall mehr Einsatz für das Missionsfeld Deutschland. Der Fokus müsse neu auf die Evangelisation des eigenen Volkes gerichtet werden. Seine „Minus zum Plus-Aktion“ wäre ein idealer Impulsgeber. Er habe ein kleines Büchlein geschrieben. Das Evangelium werde mit vielen Bildern, glasklar und anschaulich erklärt. Die qualitativ hochwertige Hochglanz-Broschüre solle als Postwurfsendung in jeden Haushalt Deutschlands gelangen. Jeder Leser solle von dem ansprechenden Outfit des Büchleins angesprochen werden. Man wolle die Herzen der Menschen berühren. Er sei sich bewusst, dass die Aktion eine Mammut-Aufgabe sei, „aber mit Gott wären alle Dinge möglich“… Er wünsche sich, dass sich jeder Christ an der Finanzierung (des mehrere Millionen DM-teuren Projektes) beteilige. Bonnke bat bei den Geldspenden darum nicht knausrig zu sein. Gott werde jeden Geber für seine Spende segnen. Die Begeisterung beim Publikum hielt sich in Grenzen. Ein paar Hardliner meinten, es wäre ein toller Abend gewesen.

Veranstaltungen

Freies Radio Stuttgart (FRS), Interview zum Buch

  • Mittwoch, 28. Februar 2018, 20.00 bis 21.00 Uhr
  • Mittwoch, 28. März 2018, 20.00 bis 21.00 Uhr (Teil II)

Info:  http://www.freies-radio.de/sendungsdetails/201802282000
          http://www.freies-radio.de/sendung/humanismus-aufklaerung

 

Radio Fips Göppingen, Lesebühne, Buchlesung live

  • Sonntag, 13. Mai 2018, 16.00 bis 17.00 Uhr

Info:  www.radiofips.de

 

 

Wertvolle Links

 

  • www.nibe-verlag.de                                                                                                                                  Der NIBE-Verlag wurde 2016 gegründet und hat sich ungewöhnlichen Büchern verschrieben. Leser werden angeregt eigenständig zu denken, kritisch zu hinterfragen und über den gewohnten Tellerrand hinauszuschauen. Von jedem verkauften Artikel gehen 25 Cent an die Aktion "Kindern eine Chance", siehe nachfolgender Link...                                  
  • www.kinderneinechance.at/de
  • www.giordano-bruno-stiftung.de                                                                                                         Die Giordano-Bruno-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts, die sich die Förderung des evolutionären Humanismus zum Ziel gesetzt hat. Sie wurde 2004 vom Unternehmer Herbert Steffen gegründet.
  • www.differtones.de                                                                                                                     Rockender Blues ohne Verfallsdatum
  • www.irrfahrer.de                                                                                                                           Eine tolle Website, die Licht ins Dunkel bringt!

  

Email: glaubensblase@web.de

  • Sehr gerne beantworte ich Ihre Emails und Briefe. Allerdings bitte ich um Geduld! Es häuft sich einiges an Anmerkungen, Fragen, Lob und Kritik. Vielen Dank vorab für Ihr Verständnis!